Was hätte ich dir geben können?

„…so wahr du lebst, mein Herr, ich bin die Frau, die damals neben dir stand, um zum Herrn zu beten. Ich habe um diesen Knaben gebetet und der Herr hat mir die Bitte erfüllt, die ich an ihn gerichtet habe. Darum lasse ich ihn auch vom Herrn zurückfordern. Er soll für sein ganzes Leben ein vom Herrn Zurückgeforderter sein“.

Samuel 1, 26-28 (EÜ)

 

In dieser Geschichte geht es um Hanna. Eine Frau, die sich nichts mehr als ein Kind wünschte, doch der Herr ihren Schoß jahrelang verschlossen hielt und den Wunsch nicht erfüllte. Bis sie eines Tages ein Gebet sprach und Gott versprach, wenn er ihr einen männlichen Nachkommen schenke, so will sie ihn in Gottes Hände geben, damit er ihm diente. Und dieser Knabe war der Prophet Samuel.

Hanna hielt sich an ihr Versprechen gegenüber Gott und über übergab Samuel in jungen Jahren in Gottes Hände. Und so sollte Samuel Gott als bedeutender Prophet Israels dienen und später den ersten König Israels salben sowie König David.

 

Was ich an dieser Geschichte so beeindruckend und lehrreich finde:

Wir Menschen wollen so viel. Doch warum wollen wir es? Und was genau können wir dem „was wir wollen“, überhaupt geben, wenn wir es dann „haben“?

Menschen sehnen sich nach einem Partner fürs Leben. Einer Ehe. Kinder. Familie. Doch was konkret kannst du diesen Menschen geben? Warum wünscht du dir das und wie kann es Gott dienen?

 

Vor einiger Zeit war ich schwimmen. Ich lag in der Sonne, trank meinen Kaffee und beobachtete die Menschen. Und so beobachtete ich ein kleines Mädchen, wie sie mit ihrem Papa im Wasser spielte. Und in dem Moment, als ich ihnen beim Spielen zuschaute, überkam mich ein Gedanke.

„Was hätte ich denn meinem Kind überhaupt geben können?“

Wenn ich vor 10 oder vor 5 Jahren ein Kind bekommen hätte…

Was genau hätte ich ihm eigentlich geben können? Welche Art von Liebe hätte ich gelebt und ihm gegeben? Wie hätte ich es groß gezogen? Mit welcher Haltung, welchen Glauben und welcher Einstellung?

Unabhängig davon und das sollte erwähnt sein: Ich gehörte nie zu den Frauen, die den Wunsch nach einer Familie hatten. Mein Ziel war es immer, Karriere zu machen und beruflich erfolgreich zu sein, bis ich irgendwann die Position hatte, die ich immer haben wollte. Und dann dachte ich: „Und jetzt?“

Nun… so hat der Herr seine Zeit und offenbart uns die Wünsche, die er schon von Anfang an in unser Herz gepflanzt hat, immer genau zur richtigen Zeit. Vor 10 Jahren war die Zeit nicht reif. Auch nicht vor 5 Jahren. Nein, nicht einmal vor 1,5 Jahren – auch wenn ich da schon auf dem Weg war.

Er kennt unsere Wege. Denn er schreibt unser Leben. Also wusste er auch, dass der Tag kommen würde, an dem ich zu ihm zurückkehren und mein Leben mit Jesus weitergehen würde. Er wusste es.

 

„Als ich noch gestaltlos war, sahen mich bereits deine Augen. In deinem buch sind sie alle verzeichnet: die Tage, die schon geformt waren, als noch keiner von ihnen da war“.

Psalmen 139, 16 (EÜ)

 

Warum hätte er mir also schon vorher diese Wünsche offenbaren oder sie gar erfüllen sollen, wenn er doch bereits wusste, was sich ganz tief in meinem Herzen verbirgt und wonach ich mich wirklich sehne? Dass ich mich nicht nach einer weltlichen Beziehung, Ehe, Familie oder weltlichen Leben sehne, sondern nach einem, das im Reich Gottes verwurzelt ist – Gott dient & verherrlicht.

 

„Denn Gott ist es, der in euch das Wollen und das Vollbringen bewirkt zu seinem Wohlgefallen“.

Philipper 2, 13 (EÜ)

 

Also, was hätte ich meinem Kind vor dieser Zeit geben können?

Was hätte ich meinem Mann vor dieser Zeit geben können?

Was für eine Ehefrau wäre vor dieser Zeit gewesen?

Wie hätte ich die Ehe vor dieser Zeit geführt?

Nun… Nicht so, wie ich es heute tun würde.

Die Ehe, die Familie, das Leben, die Berufung… all dies dient dazu, Gott zu verherrlichen. Nicht uns selbst.

 

Also, wann öffnete Gott Hanna’s Schoß und schenkte ihr ein Kind nach all den Jahren, in denen sie darum gebetet hatte?

Er schenkte ihr den Jungen, nachdem sie dieses eine Gebet sprach – in dem sie Gott versprach, ihn wieder an Gott zurück zu geben. Als sie bereit war, Gott das Kind zur Verfügung zu stellen, damit es seiner Bestimmung folgen konnte.

 

„Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit“.

Kohelet 3, 1 (EÜ)

 

Wenn wir nun davon ausgehen, dass Gott unsere Leben schreibt. Er den Anfang und das Ende kennt, dann kannte er auch bereits Samuel’s Bestimmung – er brauchte einen Propheten. Und er wartete auf den Moment, in dem Hanna’s Herz bereit war, diesen Weg mitzugehen und sie sich selbst und ihr Kind Gott zur Verfügung stellte.

Wenn wir wissen, dass Gott der Autor unseres Lebens ist, erkennen wir, dass er unsere Wünsche nicht nach unserem Zeitplan erfüllt, sondern dann, wenn unser Bewusstsein und unser Herz am richtigen Ort sind – wir die richtige Intention haben. Er gibt uns Vorhaben, den Partner oder Kinder erst dann, wenn wir verstanden haben, dass sie nicht uns gehören und nicht uns dienen, sondern ihm. Nur ihm.

Egal, wonach sich dein Herz gerade sehnt.

Vielleicht ist die ehrlichste Frage, die du dir stellen kannst: „Was kann ich dir überhaupt gerade geben?“

-Marta